simulo reviewed Die feinen Unterschiede by Pierre Bourdieu
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3 stars
Das war etwas anstrenged, aber interessant. Es geht zwar darum, wie Geschmack zum Ausdruck gebracht wird, aber trotzdem ist das Beschriebene sehr statisch, abgesehen von den kurzen Abschnitten, in denen Menschen ihren Geschmack beschreiben. Überhaupt, Abschnitte! Es gibt den Haupttext in Normalgröße und die Vignetten mit Selbstbeschreibungen (auch normale Textgröße, aber hellgrauer Hintergrund), es gibt soetwas wie einen detailierten Nebentext (in sehr kleiner Schrift) und die Fußnoten, die auch sehr lang sein können (auch sehr kleine Schrift). Ich habe mich immer wieder darin verlaufen. Verlaufen habe ich mit auch in den Sätzen. Die sind sehr lang und geschachtelt, das Verb weit hinten hängend. Normalerweise denke ich mir dann „Naja, aber Vorgetragen klingt es vielleicht gut”, aber ich glaube nicht das jemand einen so langen Atem hat oder genug Stimmlagen um die mehrfachen Schachtelungen zu versprachlichen.
Inhaltlich, wie gesagt, trotzdem interessant: Geschmack ist nicht objektiv bewertbar; Personen und auch gesellschaftliche Schichten …
Das war etwas anstrenged, aber interessant. Es geht zwar darum, wie Geschmack zum Ausdruck gebracht wird, aber trotzdem ist das Beschriebene sehr statisch, abgesehen von den kurzen Abschnitten, in denen Menschen ihren Geschmack beschreiben. Überhaupt, Abschnitte! Es gibt den Haupttext in Normalgröße und die Vignetten mit Selbstbeschreibungen (auch normale Textgröße, aber hellgrauer Hintergrund), es gibt soetwas wie einen detailierten Nebentext (in sehr kleiner Schrift) und die Fußnoten, die auch sehr lang sein können (auch sehr kleine Schrift). Ich habe mich immer wieder darin verlaufen. Verlaufen habe ich mit auch in den Sätzen. Die sind sehr lang und geschachtelt, das Verb weit hinten hängend. Normalerweise denke ich mir dann „Naja, aber Vorgetragen klingt es vielleicht gut”, aber ich glaube nicht das jemand einen so langen Atem hat oder genug Stimmlagen um die mehrfachen Schachtelungen zu versprachlichen.
Inhaltlich, wie gesagt, trotzdem interessant: Geschmack ist nicht objektiv bewertbar; Personen und auch gesellschaftliche Schichten sammeln „kulturelles Kapital” und konvertieren es auch in Geld und Macht; Menschen und Gruppen wollen aufsteigen, aber das ist sehr schwierig, weil es von den Menschen mit kulturellem Kapital oft erkennbar ist, dass andere sich „nicht richtig“ Verhalten: Overflächlich, möchtegern, neurreich, kitschig, simulierend. Was also so höchst losgelöst, künstlerisch und rein erscheint, ist auch ein Mechanismus zur Exklusion, so wie vermutlich auch die langen Sätze in dem Buch; man darf es natürlich trotzdem mögen (‚man‘ schreiben statt ‚ich‘ ist natürlich auch so ein Ding, genauso der Hinweis darauf, etc.)