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Ken Follett: Sturz der Titanen (Hardcover, German language, 2010, Bastei Lübbe) 4 stars

It is 1911. The Coronation Day of King George V. The Williams, a Welsh coal-mining …

Review of 'Sturz der Titanen' on 'Goodreads'

4 stars


Rezension auch hier: buechertruhe.blogspot.com/2011/10/rezension-sturz-der-titanen.html

Inhalt:
Der
erste Weltkrieg aus der Sicht von verschiedenen Menschen, die aus unterschiedlich Ländern stammen und auch deren Lebenssituationen sich nicht mehr unterscheiden könnten.

Die Geschichte beginnt in der Vorkriegszeit, wie entstand der Krieg, was für Auswirkungen hat er? Wie lebten die Menschen, wie reagierten sie? Und wie entwickeln sie sich, wenn Krieg herrscht? Ken Follett erzählt aus dem Leben von Menschen vor, während und nach dem Krieg.


Meine Meinung:
"Sturz der Titanen" ist der erste Roman, den ich von Ken Follett gelesen habe. Bisher kannte ich nur "Die Säulen der Erde" in der Filmversion (die mir sehr gut gefallen hat!). Aber ich habe mich herangetraut und mir das Buch vorgenommen.

Es beginnt sehr packend. Billy ist ein perfekter Einstieg in die Geschichte. Bis zum Schluss habe ich am meisten mit ihm und seiner Familie (= Ethel) gefiebert. Er war mir auf Anhieb sympathisch und ich finde es sehr bemerkenswert, wie er in dem Bergwerk und mit den ganzen brutalen/schwierigen Menschen zurecht gekommen ist.

Stück für Stück präsentiert Ken Follett die einzelnen Personen und somit auch die unterschiedlichen Länder, die damals an dem ersten Weltkrieg beteiligt waren. England, USA, Russland, Deutschland. Jede der Hauptpersonen stellt sich mit einer persönlichen Geschichte vor. Ob Ruhm in der Gruppe, Liebe, Hass - von jedem ist etwas dabei.

Diese Vielseitigkeit macht das Buch interessant und spannend. Wenn eine Szene einer Person vorbei ist, war es immer so ein Gefühl von "Oh, nicht jetzt - ich will wissen, wie es weitergeht". Aber dann beginnt die nächste Szene einer anderen Person und man ist wieder voll bei ihr. Richtig unsympathisch ist keine Hauptperson, man kann die Beweggründe und die Handlungen meist nachvollziehen. Oft bleibt nicht die Wahl. Realistisch und teils auch dramatisch.

Man lernt über den ganzen Roman hinweg sehr viel über die damalige Zeit und die Lebensumstände. Wie krass der Unterschied zwischen armen und reichen Menschen war. Wie unterschiedlich aber auch das Leben in den verschiedenen Ländern sein kann. Viele Fragen werden aufgeworfen und bestimmt kann man sehr gut über dieses Buch und die Ansichten darin diskutieren.

So circa nach einem Drittel begann dann die politische Seite des Buches. Der Krieg drohte und die Verhandlungen begannen. Dieser Teil war nichts für mich. Natürlich möchte ich darüber erfahren und der Weg über einen Roman ist für mich immer der beste, aber dennoch war es mir hier zu viel. Sehr politisch, sehr viel Dialog. Nicht meins. Ich wollte mehr über die persönlichen Schicksale lesen.

Viel besser wurde es auch nicht, als der Krieg begann. Es ist sehr tragisch und schlimm. Die Stimmung ist bedrückend und das schlug sich auch auf mein Gemüt nieder. Ich verlor die Leselust an dem Buch und brauchte lange, um weiterzulesen. Ich musste mich schon sehr drängen, dieses Buch nicht abzubrechen.

Das Ende wurde zum Glück wieder rasant. Mir gefiel es gut, ich bin voll und ganz zufrieden. Auch wenn ich mir nach "Die Säulen der Erde" etwas mehr erhofft hatte. Mehr Intrigen, mehr Gerechtigkeit am Schluss. Und gern noch eine größere Zeitspanne. Aber es wird laut Autor noch (mindestens?) zwei weitere Bücher geben. Eines spielt während des zweiten Weltkrieges, das andere während des kalten Krieges. Ich hoffe, dass wir auf die Personen und vielleicht (wahrscheinlich!) auf deren Kinder treffen werden. Mich würde es sehr freuen!


Fazit:
Eine großer Roman, der viel lehrt, sehr interessant ist und den Horizont eines jeden Lesers erweitert. Streckenweise war es mir zu politisch und strategisch, doch insgesamt hat es mir gut gefallen und ich kann ihn weiterempfehlen.