Und sagte kein einziges Wort

Ein Eheroman

Paperback, 186 pages

German language

Published Sept. 1, 1998 by Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co..

ISBN:
978-3-423-12531-4
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Weil er den bedrückenden Wohnverhältnissen in einem Untermieterzimmer nicht mehr gewachsen ist, lebt Fred Bogner von seiner Frau Käte und seinen drei Kindern getrennt. Er arbeitet als Telefonist bei einer kirchlichen Behörde, streift durch eine zerbombte deutsche Großstadt, trinkt zuweilen und treibt sich regelmäßig an Spielautomaten herum. Nach einem mit seiner Frau gemeinsam verbrachten Wochenende in einem Stundenhotel scheint die Trennung endgültig zu sein. Doch wenig später erkennt Fred in ihr den Menschen, den zu lieben er nie aufgehört hat.

8 editions

Stille zwischen Trümmern: Mein Blick auf „Und sagte kein einziges Wort“

Ich lese Heinrich Bölls Roman als leises Nachkriegsgespräch, das kaum gesprochen wird. Köln liegt noch im Staub der Trümmer, und zwischen Wohnungsnot, knappen Löhnen und kirchlicher Strenge versucht ein Ehepaar, sich nicht zu verlieren. Abwechselnd höre ich seine und ihre Stimme; zwei Innenräume, die sich berühren und doch oft aneinander vorbeigehen. Ich spüre die Müdigkeit, die von Schichtarbeit und endlosem Haushalten kommt, das schmerzliche Rechnen mit Münzen, die Schuldgefühle über kleine Fluchten in Kneipen, Kinos, Kirchenbänke. Ein Wochenende im billigen Hotel soll Nähe zurückholen, aber selbst dort drängen Lärm, Scham und Gewissen durch die dünnen Wände. Die Liebe ist da, tastend, doch vom Alltag verschluckt.

Mich berührt die Genauigkeit, mit der Böll die Armut der Gefühle zeigt, die aus materieller Armut wächst: Man schweigt, um den anderen nicht zu belasten; man verschweigt, weil man ihn nicht enttäuschen will; am Ende fehlt die Sprache, weil sie zu teuer geworden ist. …

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