Ich mag Tugenden. Ich mag die Idee, zu versuchen, einen moralisch vortrefflichen Charakter, besonnen, mutig, klug, gerecht, zu entwickeln. Gleichzeitig wirken Tugenden angestaubt, antik. Ich bin also ein geeignetes Publikum für das Buch.
Aber Otfried Höffe schafft es nicht so recht eine Begeisterung zu wecken. Sein Publikum sind eher ältere, bildungsbürgerliche FAZ-Leser scheint mir, die er etwas erschrecken kann, indem er den Kampf gegen Klimawandel als gerecht bewertet. Seine Anekdoten stammen von Goethe, Schiller und der Bibel. Es steht ja nichts falsches im Buch, aber überzeugen tut es auch nicht. Wobei...ich muss mich korrigieren. Es steht falsches im Buch - und zwar immer wenn der Philosoph Beispiele aus der realen Welt heranzieht. Beispiel: "Weil man im Internet anders als bei Leserbriefen, die die Zeitungen veröffentlichen, anonym schreiben kann, gibt es im Netz erschreckend aggressive und beleidigende Äußerungen bis hin zu Gewalt-, sogar Morddrohungen". 1. Genügend Menschen veröffentlichen Gewalt-, sogar …











