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Kosoko Jackson: I'm So (Not) over You (2022, Penguin Publishing Group) 3 stars

Widersprüche galore und Prämisse wird nie aufgelöst

1 star

Wow, ich bin erst bei 75% und fürchte, dass meine Bewertung nicht mehr besser werden wird. Ich wünschte mir hier auf Bookwyrm echt eine 10er-Skala, denn 1 Stern von 5 ist echt harsch, wo man das heutzutage quasi als „so schlecht wie es nur geht“ interpretiert. Aber 2-3/10 wären angebracht.

Meine Probleme mit der Story: Das Hauptthema ist, dass ein Pärchen nach ihrem Breakup wieder zusammen kommt, aber… wir erfahren nie, warum sie sich überhaupt getrennt hatten. Das ist doch die wichtigste Frage überhaupt?! Also warum und ob sie das geregelt bekommen?

Ansonsten bin ich enttäuscht: Sehr sehr ausgelutschte Tropes. Hauptcharaktere die super flach wirken, irgendwie schnippisch/cool und trotzdem verletzlich sein sollen aber auf sassy Sprüchen hängen bleiben, die mir vorkommen, als hätte eine 50jähruge Hetera hier nach ein paar Staffeln Drag Race und schwulen Soaps zwei 23jährige Schwule geschrieben. Überhaupt sollen die zwei so jung sein aber haben ständig Jobthemen usw. am Hut, die ich eher bei Menschen Ende 20 vermuten würde. Aber gut, vielleicht liegt das am US Schauplatz. Widersprüche finden sich zu Haufe, wie dass der Hauptcharakter erst sagt, er sei in der Jugend auch Wettkämpfe gerannt, nur um später zu proklamieren, er würde fast nichts so sehr hassen und schlecht können wie Rennen und der Mensch sei dafür nicht gemacht. Könnte man jetzt als Oscar Wild‘schen, sich augenzwinkernd selbst widersprechenden Charakter interpretieren, aber das ist nicht gemeint. Hier haben einfach Autor und Lektorat gepennt. Passt leider ins Bild der komplett austauschbaren, „irgendwie hotten aber auch down to earth“ Protagonisten. Boriiiiing.

Es wird mit Reichtum geprunkt, denn der (Ex)Boyfriend ist aus super wohlhabenden Hause (macht sich aber natürlich nichts aus Geld, gähn) und natürlich denkt man sofort an Crazy Rich Asians. Nicht zuletzt weil auch Nebencharaktere und die wichtige Großmutter direkt aus dem CRA Franchise kopiert wurden. Und die Bücher werden sogar in der Story referenziert aber dabei bleibt es dann auch. Weder die absolut übertriebene Darstellung von Reichtum werden wieder aufgegriffen, noch die überzeichneten Charaktere. Wer also auf eine schwule Variante von CRA gehofft hatte, wird enttäuscht. Wer auf eine spannende oder irgendwie relateable Romanze gehofft hatte, aber auch. Es bleibt echt nichts hängen, nichts ist irgendwie ansprechend, außer dass es mal zwei Schwarze Schwule in den Hauptrollen sind. Ich wünschte nur, die hätten auch einen Charakter, Agency oder wenigstens eine spannende Handlung :/.