Review of 'Pluto Urasawa X Tezuka A New Vision Based On Astro Boy The Greatest Robot On Earth' on 'Storygraph'
2 stars
Nichts Neues. Derselbe Klischee, den es schon überall im Hetero-Romantasy gibt.
Ich fühle mich schon etwas schlecht, so wenig Sterne zu geben, aber ganz ehrlich… wenn man’s nicht in den Klappentext schreibt, dass es Romantasy ist, aber Romance doch sehr im Vordergrund steht, selbst schuld, muss ich ehrlich sagen.
Die Romantasy-Leser legen das Buch womöglich weg, weil sie denken, dass kein Romance dabei ist (denn der Crush wird eigentlich immer im Klappentext erwähnt), und Nicht-Romance-Leser kaufen es, weil sie sich freuen, dass es endlich mal Fantasy ohne Romance geht.
Was einfach nicht für beide Seiten funktioniert. Leser sind enttäuscht, und die eigentliche Zielgruppe, der es gefallen würde, findet es nicht. Außer diejenigen, die auch aktiv Rezensionen lesen, aber das machen ja nicht alle.
Ich mein, als ich das Buch gesehen hab, sahen Titel und Cover schon sehr typisch YA-Romantasy aus. Ich hatte keine großen Hoffnungen, aber nachdem …
Wenn man Erotik schreibt, dann soll man’s auch richtig tun. „Ich umfasste seine Männlichkeit.“ … Ohne Kontext weiß man noch nicht mal, was damit gemeint ist. Ich denke mal, die Männlichkeit soll den Penis darstellen. Ist das wirklich nötig? Kann man nicht einfach Penis schreiben oder wenigstens Hoden oder männliches Glied??
Ich weiß nicht, ob die Autorinnen sich von dem Mainstream manipulieren lassen haben oder ob sie die YA-Romance von Anfang an geplant haben… beides würde hinkommen. Ist an sich auch egal. Es bestätigt nur wieder einmal, warum ich keine Mainstream-Bücher lese. ~ Der Schreibstil war an sich gut und die Welt einigermaßen interessant bzw. hatte Potential, aber auch nichts Neues. Licht- und Schattenreiche sind keine neue Idee im Fantasygenre, also hab ich schon etwas mehr Einfall/Abwechslung erwartet. Vielleicht ein paar Plottwists, die es in anderen Büchern nicht gibt. Aber die kamen nicht. Oder vielleicht mehr Diversitäten (Sexualität, Behinderungen (physisch sowie mental), körperlich, religiös (ja, gut, es gab nur eine „Religion“ bei denen, aber es gibt doch immer Leute, die sich neue ausdenken, selbst bei so kleinen Völkern), etc. Es gab nicht mal übergewichtige, sondern jeder (vor allem die weiblichen) hatten die perfekte moderne Statur.) Immer dieser Trope, wo man eine Romanze schreiben will, aber auch Fantasy, und dann copy-pasted man die klischeehafte Fantasywelt mit den klischeehaften Protagonistinnen und Liebespartnern (+ Liebesdreieck), steckt den klischeehaften Konflikt der beiden Königreiche rein, und puff, neues Buch. Gerade bei 2 Autoren denkt man, sie würden sich Klischees ausreden und zusammen Neues ausdenken, aber anscheinend nicht. Was die Charaktere an sich angeht… Uff, es war schon ein wenig anstrengend. Bei den Protagonistinnen bin ich immer hin- und hergeschwankt. Mal fand ich Noreia extrem nervig, dann wieder Arely, dann Noreia, usw. Ich konnte zwar beide eig. immer verstehen, aber das machte es nicht besser. Gerade bei sowas mag ich die Ich-Perspektive nicht… Ich hab mich zwar über sie gesorgt, aber es war echt nur anstrengend, weil es immer wieder was gab, das mich über sie wütend gemacht hat. Vielleicht war es auch ihre innere Wut und Hilflosigkeit, die auf mich abgefärbt hat... Die anderen Charaktere waren aber nicht viel besser. Ganz im Gegenteil. Für die Protagonistinnen hab ich mich anfangs wenigstens noch gesorgt und gehofft, dass sie überleben, aber bei jedem anderen war es mir eig egal… naja, bis auf Aislinn und anderen ähnlichen Angehörigen. Sonst war aber jeder so nervig, dass sie es verdient hatten, zu leiden. Zum Ende hin wollte ich eigentlich nur noch, dass sie alle sterben. Dieser Hass der beiden Königreiche war einfach nur zum Kotzen. ~ Das Ende war auch so schlapp. Sehr vorhersehbar; nichts, was mich irgendwie überwältigt oder irgendwelche anderen Emotionen, als nerviges Augenrollen in mir ausgelöst hat. Ich war einfach nur froh, dass ich endlich fertig mit dem Buch bin. <spoiler> Okay, ein ganz wenig war ich doch überrascht, weil ich erwartet hatte, dass beide überleben. Ich hatte es zwar in Erwägung gezogen, dass nur einer überlebt, aber meine Wette lag mehr darauf, dass sie beide überleben. Also doch ein wenig Überraschung, aber umgehauen hat es mich nicht. Ja, der Tod der einen war ein wenig traurig, aber auch nicht traurig genug. </spoiler>
Wie gesagt war ich einfach nur froh, dass es jetzt endlich vorbei ist. Und vor allem die ganze Wut und der Hass aufhört. Geendet hat es dann so wie ein Disneyfilm: der dunkle Fluch gebrochen, die Bestien zurück in Menschen verwandeln und überall wurde es wieder grün, wie durch Zauberhand. Der einzige Pluspunkt hier: es endete nicht mit einer Hochzeit zwischen <spoiler> Coel und einem der Protagonistinnen. Ich hatte Coel die ganze Zeit über gehasst, und musste immer nur kotzen, wenn er nur erwähnt wurde. Ist zwar schade, dass er doch noch im Königreich geblieben ist, aber wenigstens sind sie nicht wieder zu einem Liebespaar geworden. Wenigstens etwas. </spoiler> Diese einzelnen Pluspunkte haben meine Entscheidung der Sterne doch erschwert (ich schwankte zwischen dem 2. und 3. Stern), also hier eine Unterteilung meiner jeweiligen Bewertungen: Charaktere: 2/5 Story: 2,5/5 Worldbuilding: 2/5 Unterhaltung/Spaß: 1/5 Gefühle: 2/5 * Schreibstil: 3,5/5 Idee/Originalität: 1/5 *Gefühle = damit meine ich, welche Gefühle – von den 5 Hauptemotionen – ich beim Lesen gespürt hab. An sich vermischt es sich ja immer, aber zum Verständnis: -Wut: hab ich am meisten gespürt, die ganze Zeit über. Gab immer irgendwas, das ich nicht mochte und aufregen musste. War sehr anstrengend. -Ekel: geht mit Wut einher. Entweder es hat mich wütend gemacht, oder geekelt. Gerade die Romance-Szenen fand ich nach einer Weile echt abartig. Ein paar Erotikszenen hab ich dann nur noch überflogen. Es war irgendwann nur noch Cringe und zum Kotzen. Keinen der Paare hab ich annähernd geshipt. -Angst: kein bisschen, nicht mal um die Protagonistinnen. -Freude: auch nicht wirklich. Ab und zu, als Arely ihren verdienten Sieg bekommen hat, aber auch das vermischt sich mehr mit Wut. -Trauer: null. Das Ende war ein wenig traurig, aber nicht zu sehr, dass ich mich wirklich traurig gefühlt habe. —> 2 von 5, weil Wut sich mit jeweils 2 vermischt hat. Freude war so gering, dass ich es nicht als einen Punkt zählen kann. Endergebnis: 2+2,5+2+1+2+3+1 = 13,5 13,5 / 7 = 1,93 Welp, scheint wohl, der 3. Stern schien in der Mathematik nicht mal zu Verfügung zu stehen… ~ Ich bedanke mich trotzdem an die Autorinnen für ein Rezensionsexemplar. Mir bereitet die schlechte Bewertung genauso wenig Freude wie euch, aber vielleicht könnt ihr ja einen meiner Kritikpunkte in eurem nächsten Werk umsetzen. Gerade was Diversität angeht. -30.11.23